9/3/26

Tipico ambiente Berlinese

Ese era el modo en el que se anunciaba al público de Florencia un antro de maricas de aspiración “ard-cor” que se llamaba “Crisco”. No tuve el gusto de conocerlo, pero en aquellos tiempos era la antesala del verdadero Berlín con el que soñaban las loquitas florentinas, cuya vida se dividía entre el culto a la mamma y el amor al vicio y al fornicio.

Por el amor al vicio y al fornicio tuve el gusto de disfrutar de un “amore estivo” por demás memorable en lo bueno y en lo malo. Por el culto a la mamma mi vida privada entera llegó a oídos de una vieja toscana de proximidades de Arezzo, según me enteré después.

El amore estivo se encontraba en su trance de muerte, en el momento de los reproches y las verdades. Fue entonces cuando Fabrizio me espetó con una mezcla de derrota y orgullo:

–Bien me lo dijo mi mamma: “Ese latinoamericano promiscuo no es bueno para ti”.

Lo que nunca me quedó claro es si la vieja sabía que al nene le gustaba ir al Crisco y soñaba con conocer il vero ambiente Berlinese.

6/21/26

Damals war es nicht so einfach

—Damals war es nicht so einfach…

—Wie, „nicht so einfach“?

—Na ja, es gab viele Leuten die gesagt haben, alles ist nicht passiert, es wären nur Erzählungen. Unter anderen: mein verstorbener Mann.

R.R., die, die Schoah als Kleinmädchen im Versteck überlebte.

4/5/26

Damals in der DDR ist man viel gelaufen

 -Damals in der DDR ist man viel gelaufen, denn die öffentlichen Verkehrsmittel waren nicht so weit ausgebaut. Wenn es keine Verbindung gab, musste man halt laufen. Entweder bis zum Ziel oder bis zu einer Taxistelle. Sie waren etwa wie ein Kiosk, aber für Taxis. Und dann musste man sich anmelden und manchmal auch warten, denn es gab häufig eine Warteliste.

-Klingt nach einer Menge Bewegung und Zeit.

-So war das. Aber es war halt normal. Und auch einigermaßen billig. Man konnte viel mit wenig Geld machen. Die Fahrkarten für die öffentlichen Verkehrsmittel waren lange Zeit günstig.

-Wieso das? Weil es nicht auf Profit wie im Kapitalismus ging, oder war das subventioniert?

-Die Fahrkarten waren stark subventioniert, denn am Ende, als es weniger Geld gab, wurden sie immer teurer, weil die Subventionen ständig gekürzt wurden. Aber das Leben war insgesamt günstiger. Man konnte viel mit dem Geld machen, als Kind oder Jugendlicher konnte man viel Spaß mit Freunden haben, mit dem wenig Taschengeld, das man bekommen hat. Zum Beispiel im Freizeitpark… Heute geht man in die Dippemess und jede Fahrt kostet eine Menge. Man gibt ziemlich schnell eine Menge Geld aus. Damals hat man zum Beispiel fünf Mark gekriegt. Damit konnte man mehrere Fahrten machen und es ist etwas übrig geblieben.

N.S.


Es war ziemlich schwer

 -Du trägst heute ein sehr schönes Schmuckstück. Was ist das, eine Mezuzah?

-Ja. Aus meiner ersten Reise nach Israel.

-Sehr schön. Wann war das?

-1993, mit Andy.

-Erst 1993! Wieso das?

-Naja… früher war es nicht möglich. Meine Mutter hatte mir solche Reisen nicht erlaubt. Nach dem Krieg hatte sie mich überall gesucht, mit dem Roten Kreuz und der Gemeinde in Berlin, bis sie mich aufgefunden hat. Und danach hatte sie einfach Angst mich wieder zu verlieren. In der Zeit hatte die Gemeinde Berlin Kinder überall hingeschickt. Sie haben Reisen organisiert… Aber ich durfte nie mit. Damals ist es sogar ein Flugzeug voller Kinder auf der Reise nach Schweden verunglückt… sie hatte immer Angst. Und wir selbst zu reisen war natürlich unmöglich, denn sie war alleine mit fünf Kinder geblieben. Es war ziemlich schwer.

R.R., Pessach 5786

 

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